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Zum MenschenbildIn pluralistischen Gesellschaften werden - mehr oder weniger deutlich ausgesprochen - unterschiedliche Grundauffassungen vom Menschen wirksam. Die pädagogische Arbeit an unserer Schule sieht sich im Spannungsfeld dieser Akzentsetzungen. So findet sie sich Ansprüchen verschiedener funktionalistischer Systeme gegenüber, wie z.B. der Frage nach "wirtschaftlicher Verwertbarkeit" und deren kulturtechnischen und sozialen Verhaltensanforderungen. Vor dem Hintergrund der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen gewinnen solche Ansprüche besondere Brisanz.
Außerpädagogoische Disziplinen (Medizin, Psychologie mit oft sehr divergenten therapeutischen Konzepten, Verhaltensbiologie...) nehmen immer wieder Einfluss auf die pädagogische Praxis. Solchen Ansprüchen - insbesondere jenen, die auf funktionalistisch-verkürzten und vergegenständlichten Menschenbildern gründen und der Pädagogik ihre „Techniken“ andienen - stellen wir die prinzipiell offene Begegnung zwischen Lehrern und Schülern als eine Beziehung unverfügbarer Subjekte gegenüber.
Beziehung wird für uns dabei zu einem pädagogischen Grundbegriff der Entwicklung und des Lernens. Voraussetzung hierfür sind Wahrnehmung und Kommunikation. Beziehung umfasst auch Emotionalität als Grundantriebskraft und Kognition. Beziehung ist Beziehung zu sich selbst, zu anderen, zu Dingen. Beziehung ändert sich, entwickelt sich, ist immer ein Prozess.
Um diesen Prozess zu befördern sind Grundhaltungen notwenig: Akzeptanz, Vertrauen, Wertschätzung, Toleranz, Echtheit, Empathie, Offenheit, Verlässlichkeit... aber ebenso ein Ausgleich von Distanz und Nähe zur Ermöglichung von Abgrenzung und Ablösung. Nur unter der Bedingung solcher offenen Beziehung können sich die Ich-Identität des Schülers entfalten und außerpädagogische Ansprüche und hilfreiche Angebote anderer Disziplinen verantwortungsvoll in die pädagogische Arbeit integriert werden. Gerade für Menschen mit Behinderungen gewinnt die Eigenständigkeit und Einzigartigkeit der pädagogischen Beziehung insofern ausschlaggebende Bedeutung, als der Mensch mit Behinderungen verstärkt in der Gefahr ist, zum bloßen Objekt auch von gutgemeinten „Behandlungen“ zu werden und dabei die Würde seiner Individualität und die Möglichkeit seiner Selbstbestimmung zu verlieren.
Unser Verständnis von „Beziehung“ soll sich widerspiegeln im gesamten Schulleben. Neben persönlichen Einstellungsvoraussetzungen aller Mitarbeiter bedeutet dies, Strukturen zu entwickeln, durch die förderliche Beziehungen entstehen und weiterentwickelt werden können, wie z.B. Unterrichts- und Organisationsformen. Insofern ist unter diesem Aspekt Beziehung: Erziehung und Förderung.
Fördern
Unter der Voraussetzung offener pädagogischer Beziehung ergeben sich für unsere Aufgabe zu „fördern“ folgende Akzentsetzungen:
Fördern bedeutet:
1. von der Persönlichkeit des einzelnen Schülers ausgehen; fördern, was im Keim angelegt ist; deshalb ist es unabdingbar, die Individualität des Schülers zu erspüren und zu erkennen:
2. auf dieser Grundlage Anforderungen stellen:
3. planvoll, methodisch, strukturiert - gleichzeitig offen und revidierbar – handeln:
Aus dem Gesagten ergeben sich unterschiedliche thematische Schwerpunkte, z.B. der Themenkomplex "Ich und die anderen". Er spiegelt in spiralförmig über unterschiedliche Niveaustufen sich erweiternde Inhalte den für uns entscheidenden Akzent „Ich-Identität in sozialer Beziehung“ wider.
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